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Aeham Ahmad im Konzert am Flügel in der Axel-Bruns-Schule; Foto: Lutz Meine, 2018

Der "Pianist in den Trümmern" spielte in Celle

Foto: Lutz Meine, 2018: Aeham Ahmad im Konzert am Flügel in der Axel-Bruns-Schule

Aeham Ahmad, bekannt als der "Pianist in den Trümmern", gab am 4. Mai 2018 in der Aula ein Konzert vor Schülerinnen und Schülern der Axel-Bruns-Schule / Berufsbildenden Schulen II Celle.

Etwa 200 Schülerinnen und Schüler der Berufsschule BBS 2 in Celle erlebten ein eindrucksvolles Konzert: Der aus Jarmuk einem Vorort von Damaskus stammende Pianist trug eigene Klavier-Kompositionen vor und sprach mit den Schülern über den unfassbaren Horror des syrischen Bürgerkriegs.

Vor dem Konzert hatten die Schüler und Lehrer sogar die Gelegenheit, persönlich mit dem Pianisten ins Gespräch zu kommen: In einem Klassenzimmer war ein kleines Buffet aufgebaut, und Aeham beantwortete bereitwillig Fragen zu seiner Musik und seinem Leben. Ebenfalls konnten sich die Schüler über den Bürgerkrieg an einer Stellwand in der Schulaula informieren.

Aeham Ahmed wuchs in dem ehemaligen Flüchtlingslager Jarmuk auf, welches heute ein ganzer Stadtteil der syrischen Hauptstadt Damaskus ist, in dem seit fast 80 Jahren geflüchtete Palästinenser leben und die in die Wirren des syrischen Bürgerkriegs hineingezogen wurden.

Weltweit bekannt wurde der junge Mann, nachdem auf »Youtube« Filme von ihm eingestellt wurden, die ihn zeigen, wie er mitten in den Trümmern seiner Heimatstadt gegen den Horror des Kriegs anspielt. Nachdem sogar eine Freundin direkt neben ihm erschossen wurde, während sie gemeinsam auf den zerbombten Straßen Jarmuks musizierten, floh er nach Deutschland. Hier erschien auch seine Autobiografie : »Und die Vögel werden singen. Ich, der Pianist aus den Trümmern«, in der er von seinen unfassbaren Erlebnissen schreibt.

Bemerkenswert ist der Umstand, dass im Publikum der Axel-Bruns-Schule zahlreiche junge Menschen saßen, die ebenfalls schreckliche Kriegserlebnisse erlebt haben und zum großen Teil alleine und ohne Eltern oder Verwandte nach Deutschland geflüchtet sind. Am Ende des Konzerts gab es ausreichend Gelegenheit für Selfies mit Aeham.


ZDF-Doku / "Der Klavierspieler aus Jarmuk"
Die ZDF-Doku "Der Klavierspieler aus Jarmuk" "erzählt die Geschichte des syrischen Musikers Aeham Ahmad, erzählt von seiner Flucht aus Syrien und dem Versuch eines Neuanfangs in Deutschland. Ahmad wuchs in Jarmuk, in einem palästinensischen Flüchtlingslager auf. Er spielte mit seinem Klavier dort so lange in den zerbombten Straßen gegen die Schrecken des Krieges an, bis man ihm sein Instrument wegnahm und er flüchten musste. [...]" YouTube (29:37 Min.)